Archive for the ‘Travel / Reisen’ Category

Ironie!?!?

Tuesday, November 8th, 2011

"Alle Vodafoner können sich freuen – alle Smartphoner mit anderen Verträgen schauen in die Röhre! Vodafone bietet im europäischen Ausland ein „ReisePaket Data“ an, bei dem man innerhalb von sieben Tagen für nur 10 € ganze 25 (!!!) Megabyte versurfen oder vermailen kann. Genial. Bei T-Mobile etwa kosten 100KB satte 0,59 Euro." Quelle: Bestboyz

Das ist einfach lächerlich. 25 Megabyte sind mit einem einzigen YouTube Video weg. Soll ich etwa nur Mails schauen??

Das klingt mir sehr nach dem Kommunismus – wo die Dinge so extrem schwer zu erhalten waren, dass die Leute nach sehr langen Wartezeiten froh waren, endlich ihren Trabi zu erhalten …

Warum es SurfNext gibt

Saturday, May 28th, 2011

Einst war das "Internet" den meisten Leuten ein Fremdbegriff. Sie gingen ruhig ihrer Arbeit nach, flogen um die Welt, und schleppten dabei im Gepäck Wörterbücher, Reiseführer, und Karten mit.

Das hat sich geändert, das "Web" ist integraler Bestandteil unseres Lebens geworden. Während ich diesen Text schreibe, höre ich bspw. Musik über GrooveShark, einen Musiklivestreamingdienst mit einer unglaublich großen Anzahl von Musiktiteln. Mehr als ich in einem ganzen Leben anhören könnte. Und einfacher als je zuvor: die Musik die ich hören möchte kann ich sofort hören, und so oft wie ich möchte, und zahle eine faire Flatrate pro Monat. Meine lokale MP3 Sammlung nutze ich schon lange nicht mehr, es ist bequemer GrooveShark zu benutzen.

Für die Recherche nutze ich selbstverständlich Google, mittlerweile sind auch viele Bücher komplett online verfügbar. Bücher die ich auch tatsächlich mal in die Hand nehmen möchte, bestelle ich bei Amazon.de – ohne meinen PC-Arbeitsplatz zu verlassen.

Durch höhere Bandbreiten werden weitere Möglichkeiten in das Internet verlagert werden, es werden immer mehr "Produkte" in Streaming-Dienste umgewandelt werden. Wie Bill Gates einmal sagte, die nächste Formatschlacht wird nicht zwischen Hardware-Formaten, wie BluRay und DVD geschlagen, sondern zwischen Software-Formaten im Internet.

Jegliche Art des Informations-Austausches ist über einen (entsprechenden) Online-Zugang möglich. Wir sprechen hier von e-Mail, Instant Messenger, Telefonie (auch in Fest- und Mobilfunknetze weltweit), Video-Konferenzen, aber auch klassischen Webseiten, Anwendungen, etc.

Viele Informationen werden in Zukunft ausschließlich online gelagert, angezeigt, und verarbeitet. Die Benutzer loggen sich mit einem beliebigen Browser an jedem Computer der Welt ein, und erhalten über ein Web 2.0 Interface Zugriff auf ihre Daten. Cloud Computing heißt das ganze, Rechnen in der Wolke.

Durch den Siegeszug des SmartPhones wird sich dieser Prozess der Verschmelzung der realen Welt mit der Online-Welt weiter fortsetzen und sogar noch beschleunigen. Es verändert unsere Interaktion mit der Welt. Das SmartPhone ist portabel, kann im Flugzeug im Handgepäck mitgenommen werden – wir können an jedem Punkt der Erde beliebig auf Informationen zugreifen.

Einige der Möglichkeiten der SmartPhones bieten sich gerade für den Aufenthalt im Ausland an, bspw. Live-Übersetzung von Texten im Display, Navigation, und Recherche über Sehenswürdigkeiten, sowie Live-Infos dazu (Augmented Reality, Google Goggles).

Von jedem Punkt, mit beliebiger Geschwindigkeit?
Wenn ich ein Smartphone samt SIM Karte in München kaufe, werde ich es mit ziemlicher Sicherheit auch in Berlin einsetzen können. Doch wie schaut es aus, wenn ich die Grenze nach Dänemark überfahre?

Auf einmal ist es gar nicht mehr so einfach: entweder ich zahle Roaminggebühren, die den Spaß am Surfen nehmen, oder ich muss mich womöglich mit der fremden Sprache, Bürokratie, Geschäfts-Praktiken, usw. auseinandersetzen, was nicht nur Zeit und Nerven kostet, sondern auch nicht jedermanns Sache ist.

Aus erster Hand konnte ich diese Schwierigkeiten bei zwei Aufenthalten in Kroatien, sowie dem Norden Indiens miterleben.

Der in Kroatien gekaufte Surf-Stick kam mit einer Anleitung auf kroatisch. Unser Guthaben war am selben Tag noch verbraucht, weil wir die "Tages-Flatrate" Option nicht aktiviert hatten. Der lokale Besitzer eines Foto-Ladens konnte uns schließlich mit der Einrichtung helfen. Trotz meiner umfangreichen Kenntnisse im IT-Bereich sind
wir an der Sprachbarriere gescheitert.

Natürlich habe ich umfangreich recherchiert, bevor ich nach Indien gefahren bin. Mir ist dabei z.B: klar geworden, dass in Indien andere Mobilfunkstandards herrschen. D.h. ein aus Deutschland mitgebrachter SurfStick würde ncht funktionieren.
Über einen lokalen Anbieter konnten wir uns einen Stick von TATA sichern, und ausreichend Guthaben für den Anfang. Es funktionierte zunächst, bis es auf einmal nicht mehr ging. Ich erhielt eine SMS, "There is a problem, please contact customer service." Der Customer Service von TATA war aber von unseren Handys (mit indischer SIM Karte) NICHT erreichbar, wir mussten extra zurück nach Delhi fahren um über unseren Verkäufer etwas bewirken zu können.
Auch das Aufladen von Guthaben war nicht einfach. Im Internet-Portal war es nicht möglich, mit einer deutschen Kredit-Karte zu zahlen, diese Online-Möglichkeit war nur für indische Banken vorgesehen.
Unser Verkäufer schaffte es lange Zeit nicht, die bereits bezahlten 700 Rupien auf unser Konto zu laden – mangels Kenntnis.

Als ich aus Indien nach Deutschland zurückkehrte stand mein Entschluß fest: SurfNext, die zentrale Informationsplattform für Internet-Zugang wurde geboren.

More about Haridwar

Wednesday, October 20th, 2010

In the meantime, we had the opportunity to speak to a German couple who travelled to Haridwar and enjoyed it. They went to the Mata Devi temple on the hill, and they have also seen the Ganga Ghat – but in the evening. It's different in the evening, according to them. You still need to dodge your occasional beggar, but there's locals putting small boats with lights in them onto the water, for good luck.

Having said that in favour of Haridwar, there's one more warning left:

"Swami Goraksha Nand Bhakti Ashram, Saptrishi road, Bhagirithi Nagar, Hardiwar". also known as Haryana Ashram.

This Ashram is NOT hospitable to strangers. Don't waste your precious rupees trying to go there. Also keep in mind that the place was not very clean and appealing. There's much nicer and friendlier Ashrams – at least from the outside – in the area.

Mobilfunk und Internet in Indien

Wednesday, October 20th, 2010

In Indien würde ich zu VodaFone, oder vielleicht AirTel raten – aber nicht Aircel. (Mit AirTel habe ich zwar keine Erfahrung, aber viele Inder nutzen und empfehlen es).

VodaFone und AirTel haben ein deutlich größeres Netzwerk, so dass Optionen wie "günstigeres Roaming" hier auch tatsächlich Sinn machen. (Roaming wird bei Aktivierung dieser Option nur im eigenen Netzwerk des Anbieters in anderen Staaten günstiger getaktet sowie abgerechnet, in fremden Netzwerken bleibt es bei Rs 1 pro Minute.)

Aircel hat wie gesagt ein Netzwerk was erst in der Entwicklung steckt … auch der Support spricht unverständliches Englisch, womit man im Roaming einfach mal eben das ganze Guthaben durchbringen kann. Finger weg von AirCel!

Ein weiterer Vorteil von VodaFone ist die kostenlose Simkarte – man spart so Rs 100; vielleicht kann man sogar je Bundesstaat eine neue Karte nehmen. Mal schauen, ob ich das in Goa abkläre.

Ganz wichtig: nicht zu kleinen Distributoren (Straßenshops / Retailern), sondern zu offiziellen Shops gehen. Damit spart man sich jede Menge Probleme, da in Indien die Telefongesellschaften staatlich verpflichtet Daten erfassen müssen (abstruse Antiterrorgesetze). Das zumindest für die Anschaffung der SIM Karte. Aufladen an kleinen Läden ist dann kein Problem mehr.

Interessant ist auch, dass es in Indien Telefone mit zwei Simkarten gibt. Falls man mal auf einem anderen Netzwerk drauf ist, vielleicht auch falls man zwischen zwei Staaten hin und herfährt. Mir wäre es am liebsten wenn sie das Roaming komplett abschaffen würden!

Bspw. Vodafone Shop für Vodafone Karten; Oder Tata Indicom Shop für Tata Photon+.

Ich habe, da das Reliance Network "down" war, Tata bekommen von dem Straßenhändler bei dem ich gekauft habe; wir haben darauf ca. 4 Tage gewartet, und immer wieder nachfragen müssen. Die Aktivierung hat auch einige Zeit gedauert. Ein möglicher Vorteil des Kaufes beim Straßenhändler könnte der günstigere Preis für den Stick sein.

Allerdings NIE beim Straßenhändler Tata Internet Guthaben aufladen – die gezahlten 850 Rs sind erst nach ein / zwei Wochen intensiver Reminder-Anrufe angekommen, der Händler hat immer wieder behauptet, dass es funktionieren sollte, hat es aber nicht. Besser direkt im Tata Indicom Shop (der natürlich eine Tür und Fenster hat, und elegant ausschaut, im Gegensatz zu den Nischenläden der Straßenhändler!) aufladen, dann ist das Guthaben sofort da.

Wenn es funktioniert, (D.h. nicht aus irgendwelchen formalen Gründen abgeschaltet wurde, oder weil kein Guthaben mehr drauf ist), funktioniert das Internet fast überall wo wir sind. In großen Städten auch mit einer angenehmen Geschwindigkeit. VoIP Telefonie ist dadrüber nur mit Verlust-Kompression möglich (bspw. mit den Betamax Softphones). X-Lite mit dem default-Codec hat enttäuscht … und zwar auf der Seite des Angerufenen. Der Upstream ist einfach zu unbeständig hier …

Zu den Internetcafes (in Agra), auf die ich mangels Guthaben bzw. Speed ausweichen musste: die Geschwindigkeit ist enttäuschend, die lokalen Computer sollte man mit Vorsicht genießen (es ist ohne Probleme möglich, Software darauf zu installieren, also bspw. auch einen Keylogger, der Passwörter usw. speichert). Ich habe deswegen mein Notebook per LAN angeschlossen.

Überhaupt: wer fragt, der erhält eine Antwort (meistens). Also, Schüchternheit beiseite, willkommen in Indien!

India & marriage

Wednesday, October 20th, 2010

Indian people have a different attitude to marriage. Although Pakistani, this article (man marries two women in one day) actually illustrates the dilemma some youngsters face in India. Especially the ones from little villages … in Hindi there is no word for "girlfriend", although the Indian men claim to have lots of girlfriends (at the same time of course). I think it's just pure showing off. Or could there really be a reason why a woman would allow an Indian man to touch her before marriage?

Life must be very different for an Indian woman compared to a European man.

Even more shocking is the discussion about "women marrying their rapists". This is not about the Stockholm Syndrome, it's about social norms – raped women not being fit for marriage anymore. And the rapists are interested to escape justice. As the article rightly states, what can you expect of such a marriage? I hope that these women manage to stand up for themselves and do not add to the trauma by marrying the one who destroyed their futures in the first place!

Am Flughafen

Wednesday, October 20th, 2010

Gerade am Flughafen von Ahmedabad, und jede Menge Zeit bis zum Checkin, und jede Menge Internetguthaben das verbraucht werden möchte.
Fred und ich haben uns entschlossen, nach Goa zu fliegen. In Indien muss man sehr lange vorher buchen, wenn man schlafplätze im Zug haben möchte. Und bei einer 20h+ Reise sollte man die haben … weil wir immer sehr kurzfristig vorher Tickets kaufen und entscheiden wo es als nächstes hingeht, ist das natürlich nicht möglich.

Indien bringt mich in zwischenmenschlicher Hinsicht immer wieder an meine Grenzen … Es ist hart nein zu sagen, oder dem Rickshafahrer die letzten 5 Rupien abzufeilschen. Teilweise mache ich das davon abhängig, wie aufdringlich / ehrlich die Personen sind.
Man merkt auch, wo man einfach kulturelle Unterschiede in Rücksicht usw. hat. Bspw. lassen die einfach aus ihren Handys widerlicherweise Musik dudeln – in einem Nachtbus. Andere sind aber total lieb, und man möchte sie sogar wieder besuchen. Hier in Indien habe ich auch verstanden, dass ich im Grunde ein sehr sozialer Mensch bin. Ich rede ständig mit den Leuten, es passiert einfach automatisch. Fred ist eher der schweigsame, der sich selten Gesprächen anschließt. Er hört meistens Musik auf seinem MP3 Player, den er aber gerade vorhin im Bus liegen hat lassen.

Man fühlt sich in Indien oft wie eine Art Superstar – alle wollen Fotos mit einem haben. Menschen die einen nicht kennen! bspw. die Menschen im Taj Foto. Ich finde dass ich recht gut ausschaue mit meiner Sonnenbrille :-) Leider hat Fred meinen coolen Hut von der Kamelsafari liegen lassen. Westernstyle und blau. Doppelter Stilbruch !! Aber gut gegen die Sonne …

max taj another view

Gestern bin ich mit Pappu, dem Manager des Restaurants "little prince" einfach in den See gesprungen, und wir sind eine Runde geschwommen … direkt vor seinem Restaurant. Fred hat später in dem gleichen See eine tote Ratte treiben sehen und bildet sich ein, dass er mir jetzt die Freude daran verdorben hat … hat er nicht! Ich fand die ganze Aktion einfach nur genial. Pappu hat mir viel über Indien erzählt, und mir ganz persönlich sein Hotel dass er gerade neu baut gezeigt, samt Ausblick auf die Seepaläste. Er hat vier Jobs: einen government Job, als Minenarbeiter (wo ihm Kobras und Tiger über den Weg laufen – in der Wildnis), das Restaurant, eine eigene Baufirma, und jetzt auch bald das Hotel. Das nächste Mal wenn ich nach Jaipur fahre bin ich verpflichtet bei Pappu unterzukommen … auch wenn's etwas luxuriöser und damit teurer ist!

Pappu's Restaurant "Little Prince" direkt am See ist sehr zu empfehlen. Die Preise sind in Ordnung, die Atmosphäre sehr angenehm. Aber bitte keinen Special Lassi bestellen! Da ist vielleicht Haschisch drin, Fred hat diese Erfahrung in Agra schon mal gemacht.

Hanuman Ghat, near Foot bridge, Udaipur (Rajasthan)
Pappu: 0091 – 94149 25898

A propos luxuriös: wir haben in Jaipur uns den unmöglichen Luxus geleistet, 1800 Rupien (d.h. ca. 30 €) im 5 Sternehotel in der Bar auf den Kopf zu hauen. Für vier Getränke. Zum Vergleich: das billigste was wir bisher als Hotelzimmer hatten war 150 Rupien die Nacht!

Das ganze mit dem See war gestern, in Udaipur. Die "romantischste" Stadt Indiens. Der Ausblick auf die Paläste im See ist Nachts wirklich wunderbar. Hier wurden Teile von "Octopussy" gedreht. Jedes Hotel das was auf sich hält, hat in seinem Rooftop Restaurant eine Octopussy Vorführung "same film each day, different tourists". Ich fand es aber zu sehr einen Stilbruch, in Indien einen Bond Film mit anderen Touristen anzuschauen. Davon abgesehen, dass sie wahrscheinlich erwarten dass ich was konsumiere … Nicht dass das extrem teuer wäre. Hier am Flughafen kostet bspw. ein kleiner Kaffee 15 Ct. Das geht doch!

Agra: Die Ankunft

Wednesday, October 6th, 2010

Ganz allgemein (noch aus Delhi):

Die Armut ist in Indien ein echtes Problem. Es gibt viele Menschen mit Armstumpfen / Beinstumpfen, die auch sehr aktiv betteln – d.h. sie kommen z.B. an den Busbahnhöfen in die Büsse und sammeln die Spenden in ihre Hemdtaschen. Es gibt auch süsse kleine Mädchen (gut genährt und mit einer angenehmen Stimme) die betteln … "Chapatti money". Wir haben ihr einen Apfel gegeben … das war in Haridwar.

Agra und der Rikshafahrer

Der Rikshafahrer heute war sehr aufdringlich und eigensinnig. Wir wollten (ich wollte) das Taj Mahal bei Nacht von außen sehen. Er sagte dass er uns für 80 Rs dorthin bringt. Er hat uns dann zu einem Hotel gefahren und ist angehalten. Den Halt begründete der Fahrer damit, dass wir das Taj Mahal nicht anschauen könnten, da es erst morgens wieder aufhätte, und wir ein Hotel bräuchten. Ich wollte zuerst weiterfahren (ich spiele auf der Indienreise die Rolle des Bad Cops. Meistens), Ivo meinte wenn wir schon mal da sind, können wir nach dem Preis fragen. 1400 Rs für eine Nacht.
Wir fuhren natürlich weiter, aber der Rikshafahrer hatte immer noch nicht verstanden, dass wir eine andere Vorstellung als er hatten. Er hielt kurz darauf vor einem heruntergekommen ausschauenden Hostel mit agressiv bellenden Hunden davor. Hatte ich bereits erwähnt, dass eine Riksha nicht verschlossen, sondern zu den Seiten offen ist?
Ich sagte ihm schließlich, dass wir "stupid foreigners" seien, die eben was bestimmtes wollten.
OK. Er fuhr, sichtlich verärgert und deswegen aggressiver fahrend, weiter.
Schließlich hielt er an einer Straßeneinfahrt, wo ein Schild stand, dass motorisierte Fahrzeuge ohne Erlaubnis hier nicht weiterfahren dürften. 1.5 km war es noch bis zum Taj Mahal. Da wir mit unserem kompletten Gepäck unterwegs waren, entschieden wir uns schließlich ZUERST in ein Hotel UNSERER Wahl zu fahren, und das Gepäck abzuladen, und erst danach das Taj Mahal zu besuchen.

Den Fahrer und seine "Tipps" (für die er sicherlich vom Hotel eine Provision erhalten würde + es ist einfach didaktisch falsch, den Rikshafahrer "Macht" über die eigenen Entscheidungen fühlen zu lassen … wenn seine moralische Integrität fragwürdig ist), den Fahrer und seine Tipps ignorierend lasen wir im Lonely Planet. Wir entschieden uns für das Hotel Siddharta. Da leider unsere Telefone immer noch nicht funktionierten, wollten wir hinfahren.

Natürlich wollte der Fahrer aber nicht so weit fahren (war eigentlich gar nicht soo weit). Er fuhr bis zum nächstbesten Hotel. Ivo besuchte das Hotel, und wollte noch Siddharta sehen. Ich meinte, dass unser Fahrer da wohl schlecht mitzieht. Zudem hatte ich die Inder wieder bei ihrer Lieblings-Schlechte-Angewohnheit beobachtet, dem Spucken (von Mineralwasser diesmal), was das Hotel für mich unangenehm machte. Immerhin stand das Hotel auch im Lonely Planet drin, Preiskategorie ca. 150 – 200 Rs.

Um den Fahrer und uns zu überzeugen, weiter zu fahren, warf ich eine Münze. Das Ergebnis war eindeutig weiterfahren. Natürlich nicht zum Siddharta Hotel – o nein, so leicht wollte es uns der Fahrer nicht machen. Gleich vor dem nächsten Hotel, 50 m weiter, wurde wieder angehalten. Da das Hotel bereits verschlossen war, machte der Rikshafahrer Lärm (eine äußerst blöde Taktik wenn man sparen möchte …), bis der Hotelportier griesgrämig ankam und sagte, dass er 600 Rs wollte (!!!). Er versuchte es noch einmal mit einer weiteren Unterkunft, doch jetzt weigerte sich Ivo, der inzwischen genervt war, auszusteigen und sich dieses Hotel anzuschauen. Er sagte "We pay you money to take us where we want to go." Der Rikshafahrer protestierte, dass das Hotel mit dem Riksha gar nicht zu erreichen sei, weil polizeilich gesperrt, usw.
Der Fahrer raste schließlich los, und fing an auf Hindi zu fluchen bzw. uns nachzuäffen "Siddharta, Siddharta, Siddharta". Er fuhr wohl bewusst schnell und unsorgfältig um uns zu ärgern. Die armen Hunde mussten schnell nach links und rechts beiseite springen, und es war das erste Mal dass ich mich in einer Riksha unwohl / unsicher fühlte, diesem seltsamen Menschen ausgeliefert zu sein.
Zum Glück fand die Reise bald ein Ende. Ich wollte den Rikshafahrer vor der polizeilichen Absperrung bezahlen und loswerden – notfalls würden wir mit jemand anders weiterfahren – aber er bestand darauf ins Hotel mitzukommen. Das erreichten wir zu Fuss innerhalb von ungelogen zwei Minuten, das mit der Absperrung war natürlich eine freche Behauptung von dem Fahrer, der uns manipulieren wollte.
Und Ivo meint da noch, dass ich immer so misstrauisch bin, und das den Leuten auch offen zeige … ich reagiere ziemlich schnell und direkt, um zu demonstrieren dass ich mir nichts gefallen lasse. Zu oft wurden wir in Indien schon in etwas "reingeredet" was wir nicht wollten, oder haben auf diese Art und Weise Geld und Zeit verschwendet, und suboptimal gelebt. Was ich mittlerweile meistens versuche, ist das auf eine freundliche Art und Weise zu machen.

Dieser Rikshadriver hätte jedoch Saures verdient. Schlussendlich hatten wir das Zimmer besichtigt, und von 400 auf 350 heruntergehandelt (ich habe gehandelt, Ivo hat sich eingemischt, und gemeint dass 350 schon ok wären). Im Lonely Planet ist das Hotel mit 250 – 300 angegeben. Wer wohl die 50 extra bekommen hat? Genau, wahrscheinlich der Rikshafahrer, der obendrein von mir volle 100 statt 80 Rs gekriegt hatte. Er hatte natürlich gewartet, bis wir im Zimmer waren, um das (unverdiente!!) Bakshish vom Hotelier zu bekommen …

Die Moral der Geschichte: lass einen Rikshadriver nie dir ins Hotel folgen, sondern wimmle ihn vorher schon ab. Was die Inder untereinander auf Hindi reden – d.h. was direkt vor einem da verhandelt wird – kann man leider nie genau wissen.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin nicht dagegen, einem Rikshafahrer sein ehrlich verdientes Geld zu geben (daher auch die vollen 100 Rs), allerdings hatte dieser Kerl sich so quer gestellt, wie es nur geht, war unkooperativ und hat versucht uns zu bevormunden … zu seinem Vorteil.

Ivo wollte dann nicht mehr mitkommen, um das Taj Nachts bei Mondschein anzuschauen … habe mich alleine auf den Weg gemacht, mit Photokamera. Leider musste ich recht schnell feststellen, dass es nichts wird – das Taj ist von einer sehr hohen Mauer umgeben, und es sitzen Wächter vor den versperrten Toren, die einen auch am Weitergehen UM das Gelände herum hindern. Ich habe dann den höchsten Punkt des Hotels aufgesucht, von wo aus ich das Taj Mahal zum ersten Mal in Echt gesehen habe. Ich habe versucht einige Fotos davon zu machen, und hoffentlich schaffe ich es aufzustehen, um das Taj Mahal beim Sonnenaufgang anzuschauen.

Wir wollen schon morgen weiterreisen, nach Jaipur …

Travel notes

Sunday, October 3rd, 2010

New Delhi

Gaur Electric, Vijay Gaur Tel 9811238863
1877/2 Main Chowk, Bhagirath Palace, Delhi 110006
Sells all kinds of electrical goods (we bought a power strip with in-built surge protection there for 225 Rs).

Kuruksetra

200 Rs per night "inn" (toilet Indian style, next to a hospital, very quiet nights + basic room):

Tel 01744-291363 / 01744-291413

Going to Chandigarh from Kuruksetra:

  • take a Riksha to Pipli
  • take the bus to Chandigarh (50 Rs), ask the Riksha driver to show you the right bus.

Chandigarh

Hotel Sangam-45
Shop No. 25 Sector 45-A
Near Ajiz Karam Singh International Public School

Recp 0172-6570855

This hotel is very far from the main attractions in Chandigarh, has nice rooms which are unfortunately not very well looked after (i.e. non-ventilated bathrooms). The guy who is responsible for the hotel (Sumit, cell Nr. 9501675955) speaks very good English, and is very helpful, i.e. in organising transportation, etc.. We got a room for 800 Rs the first night and a "special" price of 550 Rs the second night.

Sumit claims to be able to organise Coconut huts in Goa for around 25o Rs per night.

Sights in Chandigarh: Rock Garden, Rose Garden, Garden of Fragrance, Le Corbusier buildings.
The Sukhna Lake was not of much interest to us when we were there, but it's very important to Indian people, as a place to meet, be seen and see each other.

Getting to Manali from Chandigarh:

There is a comfortable AC bus from Chandigarh to Manali in the early morning, around 8:00. It's Rs 505 per person. You have to change in Kullu to another bus, and the whole day is spent in travelling.

Manali

Up Country Lodge, mobile: 9816072257, manoothakur@yahoo.com
The last lodge on the hill, behind Apple View Lodge. Not many customers when we were there. I didn't like the food they prepared, the restaurant run by a Chinese / Tibetan woman on the street side (not the river side) just down the road has better food (try the Aloo Pranthas).

The Up Country Lodge had a double room for 250 Rs. Very clean rooms, but they tend to be very cold at the end of September. Perhaps you should ask for an additional blanket. On the plus side, it's a very quiet place to sleep, and the hosts are friendly.

There is a (government – Himachal Road Transportation) bus from Manali to Amritsar, for 385 Rs. It starts at 15:30 and arrives at around 8:00 in the next day. It is a very tiresome journey, the bus stops very often – it is a combination of local and longdistance transport – and runs over very steep and narrow roads (in the night!). We arrived safely. The ticket can be bought at the bus stand in Manali.

Amritsar

Getting to Chandigarh from Amritsar: the ticket in a top air conditioned private bus runs at Rs 250. Probably there are also government run buses with cheaper prices. The privately run buses have nicer-sounding horns, though. And as they use them a lot a nicer horn adds to your comfort considerably :-)

Haridwar

The people at the Har-Ki-Pairi Ghat (on the Ganga river) are very greedy. Don't take the cup with the milk to pour into the river, as the guy demands 100 Rs per cup. (I ended up giving him 30 Rs for two cups, and saying that he is a bad person for making use of the official donation officer who was next to him). The women will put some paint / mud on your face and demand 100 Rs. The beggars will not stop until you have given them all the money you have.

So – either be very unfriendly to these people, or avoid the place altogether. The only plus is the really big statue of Vishnu next to the Ghat.

Also the Mansa Devi on top of the hill is not worth a visit in my opinion. The place is not sacred at all, there's to much commerce attached to it. The cable car ride to Mansa Devi was nice, though, (Rs 96 for 2 persons, up and down, we got 4 sweets instead of 4 Rs back), and there are monkeys on the hill …

Getting there:
We went on a train to Ambala (from Kharar via Chandigarh), then took a bus. The bus stand is not very far from the Ambala train station, the ride is about 250 Rs for two persons and about 5 hours. We arrived at 1:00 in the morning.

A guy on the train recommended the Shantikunj Ashram to us, which is open 24h. If it was full, he said, we should take a lodge for Rs 100. We ended up paying Rs 300 for a double near to the bus station in Haridwar. It was freshly painted and we ended up with a headache the next day, even though the ventilation ran on full blast. Additionally I think I became ill because of the ventilation (Grippaler Infekt).

Subhash, the Indian student we met in Kuruksetra, wanted to meet up with us, and implored us to go to the Swami Goraksha Nand Bhakti Ashram in Saptrishi road. DONT GO THERE. They were unfriendly to us, and even Subhash on the phone could not convince the Swami to let us stay. Apart from that, the Ashram is in a bad shape, and there are betters all over that part of Haridwar.

The ride to the Ashram from the city centre was very expensive (Rs 150) and it's not easy to find, either. The father of Subhash had to give precise directions … and we ended up paying another 75 Rs to go back to the Ghat which we passed in driving earlier.

To sum it up, Haridwar is a place you can leave out of your itinerary.

Food

Don't try to "store" Chappatis or other food for later, it will not be tasty anymore once it's cold & it will be foul after a few days. If you must take food along with you, use fruit. Apples and bananas will last several days.

Mobiles in India

We got an Aircel number for Rs 100, and additionally topped it up with around Rs 50. In general, I would not recommend Aircel – it's a very unpleasant experience.

In India, mobiles – at least Aircel – have a lot of unpleasant surprises for you:

  • There are telemarketers calling you – Spam calls. You can stop these by sending an SMS 'START DND' to 1909. When you're roaming these spam calls cost you money!
  • Topping up Rs 100 will give you approximately Rs 91 of talktime. You feel a bit cheated by this …
  • For incoming and outgoing calls there are roaming costs, once you leave the state you have bought the number in – for instance if you go to Haryana from Delhi, you will pay Rs 1 per minute. Even for short calls. This will eat up your balance.
  • Calling the customer service also costs roaming charges, that has zeroed my balance twice by now. (The customer service speaks English, but is hard to understand at times, as the pronunciation is very strange.)
  • If you top up just any amount, you could not receive it as a talk time balance. For instance topping up Rs 150 means that you buy a package of Delhi, Aircel2Aircel and nationwide minutes (which lasts for one week, I think). A waste of money you were not prepared for!
  • The customer service advised me to pay Rs 99 to activate the "roaming 1 Payse per second" option. I have done it, but it was not activated immediately and switched off again. Perhaps it only works when you are roaming on an Aircel network – which is rarely the case. I did not understand the explanation of the customer service about this (they said I should activate the Aircel network on my phone, but there's no Aircel here!).
  • Topping up Rs 125 will give you full talktime … once. It's not possible to top up Rs 125 again.
  • You can't just call any number. For instance, the toll free Tata support number does NOT work from my Aircel phone.

To sum it up, avoid Aircel. The Indians recommend Airtel (one letter, huge difference) or Vodafone (they claim that the Hutch network, on which we are roaming frequently, is Vodafone).

As my balance has run out once more, I will switch to another provider.

Indien in Stichworten

Monday, September 27th, 2010

Spucken

Die Inder haben eine schlechte Angewohnheit, das Spucken auf den Boden. Das geht sogar soweit, dass in der Delhi-Metro Verbotsschilder aufgestellt sind – "Please do not spit on the floor". Ivo meint, dass es sich beim Spucken um eine Übersprungshandlung halten könnte, so wie etwa im Westen die Menschen Zigaretten rauchen oder Kaugummi kauen.

USB Stick

Der USB Stick den ich mir habe aufschwatzen lassen hat sich nicht mit NTFS formatieren lassen (mit Schnellformatierung gar nicht, bei der normalen Formatierung gab es erst ganz am Ende einen Fehler). Er ist bereits mit FAT formatiert, doch zögere ich noch, ihm wirklich wichtige Daten ae isnzuvertrauen. Dass es sich nicht um einen Kingston Stick handelt war mir von vornherein klar, auch dass er wahrscheinlich gar nicht funktionieren würde. Das einzige was bei der Sache doch unangenehm ist, ist dass ich ihn mir habe aufschwatzen lassen, und 1100 Rupien abschwatzen lassen – zwei bis drei Nächte im Low-Budget Hotel. Vielleicht tue ich dem Stick aber auch unrecht und er funktioniert. To be continued …

Indian Style Toilet

Die Indian Style Toilet ist komplett im Boden eingelassen: man verrichtet sein Geschäft im Hocken, auf den Trittflächen der Indian Style Toilet stehend. Das ganze ist wesentlich hygienischer als sich auf eine von unbekannten Menschen mit unbekannten Hygieneangewohnheiten vorher benutzte Western Style Toilet zu setzen.

In Kuruksetra konnten wir übrigens kein Klopapier erwerben – es wird mit der linken Hand gewaschen, daher gilt diese auch als unrein. Gott sei dank haben mein Vater und mein Bruder mich vor einiger Zeit daran gewöhnt, es fühlt sich deutlich hygienischer an mit Wasser zu waschen als den Po mit Klopapier wund zu reiben. Das Papier wäre natürlich für Ivo gewesen …

Schlepper

In Delhi gab es besonders viele Schlepper "Come Sir, this way." Sie schaffen leider den Menschen dort eine schlechte Reputation. Ich fand es sehr lästig, man fängt an auch wohlmeinenden Indern die einen ansprechen zu misstrauen!

Man sollte sich auf keinen Fall von einem Schlepper zu einem Hotel / Touristeninformationszentrum / … mitnehmen lassen, da die Preise dann dort um seine Provision angepasst werden.

Indien – die ersten Tage

Wednesday, September 15th, 2010

Nach einem ereignislosen Flug – ein sturkopfiger Inder wollte nicht mit Ivo den Platz tauschen, so dass ich während dem Flug dann nicht neben dem Fenster sitzen konnte – setzten wir um 7:10 indischer Zeit am 11. September auf indischem Boden auf.

Das erste was wir bemerkten war der nagelneue Teppichboden im Gang von den Flugzeugen zur Ankunftshalle. Ja, ein Teppich: helles, einladendes Muster – man fühlt sich gleich willkommen, fast wie in einer Familie.

Nachdem wir einen Citibank Automaten entdeckten – als ehemaliger Citibank, jetzt Targobankkunde darf ich bis Ende des Jahres kostenfrei abheben (!) – und uns durch die verwirrende Menüstruktur (Fast Cash – Cash – Credit // Checking – ? – Credit) zu 6000 Rupien hindurchnavigierten, hieß es: ab nach Delhi. Doch wie? An der Info gab uns die Frau den Tip, mit einem staatlichen Bus für – zu zweit und Gepäck – 100 Rupien nach Delhi zu fahren. Ein günstiger Preis im Vergleich zu einem Taxi oder einem Auto-Riksha (Rs 250 aufwärts). Ein Euro entspricht ca. 60 Rupien. Der Beginn von India on the Cheap™!

Main Bazaar in Delhi

In der Monsunzeit ankommen heißt auch, dass man von Regen begrüßt wird. Auf der Suche nach einer Bleibe liefen wir durch die schlammige Straße mit den schweren Backpacks Richtung Bahnhof, mit Ziel Main Bazaar, einer Straße mit Budget-Motels (ca Rs 500 aufwärts pro Nacht fürs Doppelzimmer). Doch nachdem wir die Gleise des Bahnhofs überquert hatten, nahm sich unserer anscheinend ein gutmütiger wenn auch sehr aufdringlicher Indischer Bahnhofsoffizieller an, und begleitete uns zu einem Auto-Rikshaw. Wir sollten nicht mehr als Rs 20 zahlen, dafür das dieser uns zum Connaught Place, und dort zum Tourist Information Centre bringen sollte. Main Bazaar wäre gemäß diesem Inder vollkommen unwegsam, die Hotels würden zwar arbeiten, aber die Straße wäre ein einziger großer, schlammiger Bauplatz, und für uns Europäer wahrlich nicht zumutbar.

Am Connaught Place machten wir dann also Bekanntschaft mit dem Tourist Information Centre. Oder bessergesagt mit den Tourist Information Centres – ihre Masche ist immer dieselbe. Sie geben vor, eine offizielle staatliche Organisation zu sein (ja klar, in einem winzigen Büro, mit einem einzigen Sachbearbeiter im zweiten Stock …), und schlagen auf die offiziellen Preise "Steuern" drauf. Das Indrailticket hätte bspw. bei dem ersten Bureau 199 € (EURO nicht Dollar!) gekostet. Auf der Seite der indischen Eisenbahn, die uns auch noch frech gezeigt wurde, kostet das Ticket 185 US-$. Von Steuern steht da nichts – es gibt nämlich keine dafür! Wir rochen den Braten zum Glück, und weigerten uns, das Ticket dort zu kaufen. Die uns vorher zugesagte kostenlose Karte war dann auf einmal aus! Nicht dass die Karten dieser Tourist Information Centers besonders gut wären … aber die (unbedingt am Flughafen mitzunehmende) kostenlose offizielle Delhikarte war unter dem Regen immer weiter aufgeweicht …

Im zweiten "Tourist Information Centre", denn versuchte uns der Mitarbeiter das Indrail-Ticket wieder auszureden (er hatte diesmal keine Steuern draufgeschlagen), und uns "kostengünstig" Hotels zu vermitteln. Er bot uns sehr aufdringlich an, unsere Dinge in seinem Center zu lassen, bis wir ein Hotel gefunden hatten. Haben wir natürlich auch nicht gemacht.

Auf der Suche nach Früchen durchstreiften wir dann Connaught Place – übrigens kein guter Ort um Früchte zu kaufen – und machten erste Bekanntschaft mit den lästigen Pushern die uns alle in ein Tourist Information Center vermitteln wollten – eines besuchten wir noch, bevor wir beschlossen ihren Argumenten einfach keinen Glauben mehr zu schenken. Es ist eine Umgewöhnung, man muss lernen zu den Leuten die einen belästigen unhöflich zu sein und sie einfach zu ignorieren. Das fällt nicht leicht, die Alternative ist jedoch Zeitverschwendung, und im schlimmsten Fall sogar Geldverschwendung für etwas was man ursprünglich nicht haben wollte (so etwa ein 250 GB USB-Stick fragwürdiger Qualität, aber die Geschichte kommt noch). Man lernt, den Blck abzuwenden, um Desinteresse zu signalisieren, mit einer abwehrenden knappen Geste, sowie verzogenem Gesicht, auch dem letzten indischen Marktschreier klar zu machen, dass man wirklich nicht interessiert ist, und auch schon erfahren genug um sich nicht übers Ohr hauen zu lassen.

Die Masche dieser lästigen Pusher ist immer die gleiche:

  • Where are you from, sir?
  • How long are you here already in India?
  • Where do you want to go next?

Egal was man antwortet, es läuft aufs Tourist Information Centre (Free map!) der Wahl des Pushers hinaus. Das (gelogene) Argument man hätte schon ein (nicht erstattbares) Indrail-Ticket wird damit gekontert, dass das Reisen in der Bahn sehr gefährlich sei, und man das Ticket ja problemlos zurückgeben könnte. Eine Lüge antwortet der anderen. Na ja.

Nachdem Ivo seine Früchte bekommen hatte, marschierten wir Richtung Main Bazaar los. Rs 20 im Kopf, die uns der Inder ganz am Anfang gesagt hatte, lehnten wir einen Riksha-Fahrer nach dem anderen mit Rs 60+ Angeboten ab. Schließlich blieb doch einer übrig, der uns unbedingt in ein Hotel seiner Wahl fahren wollte, auch für Rs 20. Wir dachten natürlich, dass das auch ein Vermittlungsgeschäft ist, waren jedoch schon müde und demoralisiert, und gingen auf seinen Vorschlag ein.

So schlecht war der Vorschlag gar nicht – was zunächst teuer schien (Rs 500 pro Nacht) ist im Vergleich zu den umliegenden Hotels preislich gleich, und wir haben ein eigenes Fenster! Das kriegt man sogar in der Cottage Yes Please für Rs 950 nicht. Das Fenster macht den Raum aber erträglich.

Zimmer im Northern Palace

Bad im Northern Palace

Nachdem ich einiges an Schlaf nachgeholt hatte, erkundeten wir die nächste Gegend, d.h. den Main Bazaar mit seinen Straßenhändlern und Läden die direkt auf die schlammige "Straße" herausgehen, die von Kühen, Motorrad, Motor- und Fahrrad-Rikshafahrern, und natürlich von Fußgängern gleichzeitig benutzt wird. Gehupt wird sehr viel, überfahren wird aber niemand. Im Malhotra, das auch im Lonely Planet lobend erwähnt wird, aßen wir schließlich das erstemal in Indien zu Abend. Ein gutes, günstiges Restaurant mit sehr zuvorkommendem Personal (die "AC", sprich der lästig blasende Ventilator wurde für uns auf Wunsch ausgeschaltet). Sehr gutes, schmackhaftes, aber stellenweise sehr scharfes, Essen.

Gestern, Sonntag, widmeten wir uns dem Süden Delhis. Hamuyans' Tomb, die kleinere Vorgänger-Version von Taj Mahal, an dem auch gerade Handwerker Renovierungsarbeiten durchführten, die Lodi Gardens – sehr beliebt bei jungen indischen Liebespaaren – und schließlich Safdarjang's Tomb. Leider ist die U-Bahn bis zum JW Nehru Stadium noch nicht ausgebaut (das hatte bei uns für Verwirrung gesorgt – aber man kann mit der U-Bahn nur dorthin reisen, wo auch Rupienbeträge in den Zielen drinstehen!), wir mussten mir der Riksha fahren. Das 3-Tages-Ticket mit der U-Bahn kostet Rs 250 (+ Rs 50 Deposit), die Rikshafahrt von Central Secretariat zu Hamuyan's Tomb erhielten wir um Rs 60. Einfach ein paar Rikshafahrer ansprechen (erst nach dem Preis fragen, nicht einfach einsteigen und danach zahlen!), und dann Gegenvorschläge machen, was man bereit ist zu zahlen. Man bekommt dann mehr und mehr Gefühl was man wie weit herunterhandeln kann. Ich hatte auch das Hotel am Tag 2 um Rs 50 heruntergehandelt – mehr Geld fürs Essen :-)

Humuyans Tomb in Delhi

Die U-Bahnfahrt ist sehr interessant – man muss bei jedem Einsteigen durch einen Metalldetektor, und das Gepäck wird wie im Flughafen durch eine X-Ray Maschine gejagt. Danach muss man entweder Tokens oder eine RFID-Karte benutzen, um den Durchgang in die U-Bahn aufzumachen. Das gleiche Token bzw. die RFID-Karte benutzt man am Ausgang. Die Tokens werden von Reise zu Reise gekauft, der Automat schluckt sie beim Aussteigen. Die Karte verwaltet ein Guthaben, es gibt aber auch die Flatrate für Touristen. Wir haben erst eine Karte für einen Tag gekriegt, obwohl wir für drei Tage gekauft hatten, und diese heute reklamiert und nach längerer Diskussion dann auch erstattet gekriegt.

Heute wollten wir eigentlich in die Freitagsmoschee und danach ins Rote Fort – zwei Must-Sees in Delhi. Beides klappte jedoch nicht: für die Moschee waren wir etwas zu spät dran, das Fort hat Montags geschlossen. Jedoch konnten wir einen sehr interessanten hinduistischen (?) Tempel besuchen. Komplett in weiß, mit vergoldeten Kühen und Löwen (mit Blumen im Maul) innen drin, und Gläubigen die die Wände in Hingabe berühren, und Kerzen und Weihrauch abbrennen, das ganze zu einer übersteuerten Hindu-Musik im Hintergrund.

Und ich habe mir in der Nähe dieses Tempels einen USB-Speicherstick für ca. Rs 1100 andrehen lassen. Ein Verkäufer kam auf mich zu und fragte, ob ich einen Stick kaufen würde. Ich lehnte dankend ab. Der Verkäufer blieb hartnäckig, bis ich im schließlich einen Preis nannte, den ich zu zahlen bereit wäre – Rs 500 für einen 32 GB Stick (also umgerechnet 8 – 9 €). Er nahm tatsächlich an! (Ich hatte eigentlich etwas drauf spekuliert dass ihm das zu wenig wäre). Ich erhielt die Ware. Aber nur kurze Zeit drauf wurde ich von einem anderen Freund des Verkäufers angesprochen, ob ich einen 64 GB Stick haben wolle. Ich sagte, nein, ich hätte ja gerade erst einen Stick erworben. Er blieb hartnäckig, ich könnte ja einen Aufpreis von Rs 1000 geben. Schließlich einigten wir uns auf einen Aufpreis von Rs 250 – also insgesamt Rs 750 für 64 GB. Der Stick wechselte den Besitzer. War das das Ende der Geschichte? Nicht solange es noch Speicherkapazität – und Geschäftspotential für den Inder gibt! Auf einmal zauberte er einen 250 GB Speicherstick hervor. Ich brauche sowas nicht, sagte ich ihm. Ich habe doch gerade erst den 64 GB Stick erworben. Er wollte aber unbedingt, dass ich mit zu einem Typen gehen würde, zur Kontrolle des Sticks am Notebook – das er wirklich funktioniert. Ich hatte bei der Geschichte von vornherein meine Zweifel, war aber dann bereit ein wenig auf Risiko zu investieren. Nun sollte dieses Wenig aber immer mehr werden! Der Verkäufer wollte Rs 1500 als Aufzahlung. Ich lehnte ab. Nach langem Hin- und Her erklärte ich mich schließlich bereit, den Stick am Notebook anzuschauen, falls er ihn für Rs 400 Aufpreis verkaufen würde. Nachdem ich den Stick am Notebook gesehen hatte – er wurde tatsächlich erkannt – und auch den 64 GB Stick ausprobiert hatte – handelte ich den Verkäufer noch auf Rs 370 zusätzlich (statt Rs 1500) herunter.

Gerade wird dieser Stick normal formatiert – mit der Schnellformatierung brach er mit einem Fehler ab (was mir noch nie passiert war … aber vielleicht bin ich bei dieser Geschichte auch zu skeptisch.)

Diese Webseite hält Tips und Tools bereit für fragwürdige Flash Speicher die sich nicht formatieren lassen.

Abgesehen von diesen Pushern, die einem Geschäfte andrehen wollen, sind die Inder sehr nette und hilfsbereite Menschen. Wir haben vorhin bspw. einen Herren in der U-Bahn angesprochen, der uns sogar noch ein Stück begleitet hat, um uns den Weg zeigen zu können. Ein sehr sympathischer und gebildeter Mensch!